Kochen

Das Wort „Kochen“ kommt aus dem latainischen „coquere“ und bedeutet „kochen“, „sieden“ oder “reifen“ und ist das Erhitzen einer Flüssigkeit bis zum Siedepunkt oder das Garen und Zubereiten von Lebensmitteln allgemein, und zwar unabhängig von der Zubereitungsart wie beispielsweise braten oder grillen.

Das Kochen gehört zu den ältesten und wichtigsten Techniken des Menschen. Die frühesten Spuren sind 1,5 Millionen Jahre alt. In Kenia wurden bei Ausgrabungen mit Steinklingen abgeschabte Antilopenknochen und zwischen Steinen geöffnete Markknochen gefunden. Der entscheidende Schritt zum Kochen wurde mit der Beherrschung des Feuers gemacht. Die frühesten bekannten Spuren von vor etwa 500.000 Jahren sind Herdstellen mit verkohlten Knochen in einer Höhle bei Peking in China sowie Reste von Hütten mit Herdstellen bei Nizza. Weitere, kaum jüngere Spuren, finden sich in ganz Europa. In Afrika sind die ältesten rund 100.000 Jahre alt.

Die frühen Techniken des Kochens vor Erfindung der Töpferei und der Metallurgie lassen sich zum großen Teil nur indirekt rekonstruieren, nämlich aus Beschreibungen traditioneller Verfahren in geschichtlicher Zeit und aus der Beobachtung von bis heute oder bis vor kurzem existierender steinzeitlicher Gesellschaften. Die ursprünglichsten Verfahren sind mit Sicherheit das Grillen, das Garen in heißer Asche und das Rösten auf im Feuer erhitzten Steinen, das für Fleisch, Wurzeln und Getreide geeignet ist.

Für das Kochen im engeren Sinn, also das Erhitzen in Flüssigkeit, dienten Erdgruben und natürliche Gefäße wie beispielsweise Muschelschalen, Straußeneier oder Schildkrötenpanzer. oder enggeflochtene Körbe, deren Inhalt durch Hineinlegen glutheißer Kochsteine gegart wurde. Erdöfen, in denen langsam schmorende Lebensmittel in Blätter gewickelt, mit heißen Steinen belegt und mit Gras und Erde isoliert werden, sind noch heute in Gebrauch.